Kunst aus Stemwede ziert BND-Quartier

Firma Rohlfing baut Skulptur für Berliner Agentenzentrale

Niedermehnen/Berlin  (huse).  1932 gründete der aus Destel stammende Heinrich Rohlfing, der Großvater der heutigen Firmeninhaber, eine Schmiede, die dessen Sohn Heinrich um einen Landmaschinenhandel erweiterte, ehe die dritte Generation, Richard und Bruder Gerd-Henrich daraus ein Stahlbauunternehmen entwickelten, das in Niedermehnen zuhause ist und 65 gewerbliche Mitarbeiter beschäftigt.

Soweit, sogut. Der Anfang einer Firmengeschichte. Doch die besteht inzwischen nicht nur aus dem Bau von unglaublichen Stahlkonstruktionen, überwiegend Brücken, die mit elegantem Schwung Flüsse, Täler oder Straßen überqueren. Seit einigen Jahren unterhält Stahlbau Rohlfing nämlich auch so etwas wie eine Kunstsparte. Nicht etwa, weil einer der beiden Brüder nun seinen Hang zum Künstlerischen entdeckt hätte. Vielmehr deshalb, weil die Kunstwelt die Rohlfings entdeckt hat.

Zuletzt sorgten zwei Arbeiten für Aufsehen, die zu den »Kunst am Bau«-Objekten am neuen Gebäude des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin gehören. Da ist einmal die »Palme«, »0 Grad Breite« tituliert. Konzi piert von Ulrich Brüschke aus Nürnberg. Der Titel, so der Künstler, stehe für Ferne, für exotische Länder und fremde Kulturen. In Niedermehnen wurde der »Stamm« aus Stahl geschweißt und die heimische Firma setzte auch die Palmblätter ein, von denen im übrigen, wie Richard Rohlfing im Gespräch mit  der NEUEN UMSCHAU berichtete, einige bereits ersetzt werden mussten, weil sie vom Sturm abgerissen worden waren.

Kaventsmann editedDie Skulptur »o.T.«, gefertigt in Stemwede, hat am BND-Gebäude einen prominenten Platz bekommen. Foto: ah

Interessanter ist aber sicherlich der Kaventsmann (= etwas, das durch seine Größe beeindruckt) quasi vor der Haustür des BND in Berlin. Dass beim Neubau eines Gebäudes eine größere Menge Stahl zur Verwendung kommt, ist normal. Dass aber gleich 18 Tonnen Stahl für eine Skulptur benötigt werden, das ist schon außergewöhnlich. Entworfen wurde sie von dem Künstler Stefan Sous, der an der Düsseldorfer Kunstakademie Meisterschüler bei Tony Cragg war.

Dieser namhafte Künstler verbrachte, nachdem er im Wettbewerb für die Kunst am Bau einer von sieben Gewinnern war, drei Monate in Niedermehnen und begleitete die Geburt seiner Skulptur bei jedem Arbeitsschritt. Am Ende des Prozesses war ein 20 Meter langes, zehn Meter breites und vier Meter hohes Gebilde aus sechs Millimeter starkem Corten­stahl entstanden, das an einen schweren Schiffsrumpf erinnert. 18 Tonnen schwer, ein beeindruckendes Kunstwerk. Die Jury, die die Sous-Arbeit ausgewählt hat, beschrieb sie so: »Der Ernst und das Gewicht der Arbeit des BND und seiner Tätigkeit in Zonen von Instabilität und Gefahr finden ihren Ausdruck im scheinbar drohenden Kippen des Objektes.«

All dies interessierte Manfred Rohlfing allerdings weniger. Er musste sich Gedanken darüber machen, wie das gute Stück nach Berlin kommen sollte. Der ursprüngliche Plan, die Skulptur über den Mittellandkanal gen Landeshauptstadt zu befördern, scheiterte an zu niedrigen Brücken. So wurde entschieden, den Koloss in der Mitte durchzuschneiden und ihn mittels zweier Tieflader  in die Hauptstadt zu bringen. Dort wurden die beiden Teile vor vier Jahren   wieder zu einem Ganzen zusammengeschweißt. Es kam ein hoher Bretterzaun drum, der erst nach der verspäteten Inbetriebnahme des BND-Gebäudes verschwand. Während dieser Zeit hat Richard Rohlfing bei Aufenthalten in Berlin stets kontrolliert, »ob das Ding noch da ist«. Dazu kletterte er auf einen Hydranten, so dass er über den Zaun gucken konnte. Stets beobachtet von einer Kamera.

Palme quer editedDie »Palme« am BND-Gebäude trägt den Namen »0 Grad Breite«. Konzipiert wurde sie von Ulrich Brüschke aus Nürnberg.

Das ist nun mal so, wenn der BND im Spiel ist. So wurden vor der »Aufstellungsgenehmigung« die beteiligten Mitarbeiter der Firma Rohlfing genau unter die Lupe genommen. Und auch schon mal jemand nicht zugelassen. Richard Rohlfing selbst musste in seinem Fragebogen »Referenzpersonen« nennen. Woraufhin ein Mitarbeiter des BND bei denen »aufschlug«, um sich über ihn zu erkundigen.

Für den Rockmusikfan aus Niedermehnen war die Arbeit an Stefan Sous »o.T.« eine von vielen in den vergangenen Jahren. Im Jahre 2008 ging es damit los. Danach kamen immer wieder Künstler nach Niedermehnen, um sich technische Hilfe bei der Umsetzung ihrer Kunstentwürfe zu holen. Gleich zwei Jahre hintereinander lud die »Serpentine Gallery« in London die Firma Rohlfing in die britische  Hauptstadt ein, um Kunstwerke im Hyde Park zusammenzusetzen. Die stünden, so Richard Rohlfing mit einem leichten Kopfschütteln, dort gerade einmal drei Monate, um danach entsorgt zu werden: »Die landen auf dem Schrott.«

Aber das stört nicht wirklich. Wenn die Arbeit getan ist, ist ein weiteres interessantes Thema abgehakt. Was diese Kunstarbeiten bei ihm besonders beliebt macht, so endet unser spätabendliches Gespräch, sei die Tatsache, dass »es keine Gewährleistung gibt«.

Tine Wittler singt »Tresenlyrik«

Auftritt am 3. März auf Schloss Benkhausen

Benkhausen. Die in Rahden geborene Tine Wittler ist vielen vor allem als TV-Moderatorin der Sendung »Einsatz in 4 Wänden« bekannt, mit der sie eine ganze Nation in Sachen »Wohnen und Einrichten« inspirierte. Doch Tine Wittler hat sich längst auch als Autorin einen Namen gemacht und betreibt zudem als »Wirtin Wittler« seit 15 Jahren eine Bar in Hamburg und eine Dorfkneipe im Wendland.

Tine wird geschminkt editedTine Wittler tritt am 3. März gemeinsam mit Pianist Greg Baker auf Schloss Benkhausen auf.

Unter dem Motto »Lokalrunde – Tresenlyrik schlückchenweise« präsentiert die 46-Jährige nun in ebenso knappen wie amüsanten Liedern ihre Studien über das ganz normale Nachtleben in der Gastronomie.   Hausgemachter Witz mit Zeilen wie »der erste Horst, der tut noch weh« stehen bei diesem   mal heiter, mal elegant und ab und zu auch mal deftig   gestalteten musikalischen Kabarett primär im Vordergrund.

Am Sonntag,   3. März, kehrt die Ostwestfälin zurück in den Mühlenkreis und präsentiert zusammen mit Greg Baker am Piano auf Schloss Benkhausen ihre unterhaltsamen Beobachtungen rund um den Marmortresen. Beginn  ist um 18 Uhr. Kartenvorverkauf und Reservierung bei Angelika Gauselmann,   Schloss Benkhausen, Telefon  05743 93182-10, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Der Ticketpreis pro Person beträgt 25 Euro.  Weitere Informationen  zu dieser und weiteren Veranstaltungen gibt es  im Internet unter  www.schloss-benkhausen.de.

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»Experiment Daniela Epp« erfolgreich abgeschlossen

Azubi mit Mitte 30, drei Kinder, alleinerziehend

Espelkamp. Als Daniela Epp über eine Zeitarbeitsfirma der Job als Produktionshelferin bei der Gauselmann Gruppe vermittelt wurde, ahnte sie noch nicht, wie viel Zukunft die familienfreundliche Unternehmensgruppe ihr, als dreifacher und alleinerziehender Mutter, bieten kann. Erst als sie als Aushilfe im Kundencenter tätig war, begann sie, über eine berufliche Neuorientierung ernsthaft nachzudenken.

»Bislang war ich nur Mutter und Hausfrau, verfügte über eine Weiterbildung als Kosmetikerin und habe   als solche gearbeitet. Aber eine richtige Berufsausbildung fehlte mir«, berichtet die   39-Jährige. Daher gab es für sie immer nur Aushilfsjobs ohne langfristige Perspektiven.

Frei nach dem Motto »fragen kostet ja nichts« suchte Daniela Epp das persönliche Gespräch mit Joachim Mohrmann und fragte ihn um Rat, wie sie ihrer bisherigen Tätigkeit in der Unternehmensgruppe mehr Nachhaltigkeit geben könnte. Aufgrund seiner guten Erfahrungen mit weiblichen Mitarbeitern im technischen Service und der praktischen Vorkenntnisse von Daniela  Epp schlug er ihr eine technisch-orientierte Berufsausbildung vor. »Vorübergehend kann jedes Unternehmen mit angelernten Hilfskräften funktionieren, aber auf lange Sicht gesehen, tragen nur qualifizierte und top ausgebildete Fachkräfte zum unternehmerischen Erfolg bei«, ist sich Geschäftsführer Mohrmann sicher. Daher habe er sich in Abstimmung mit Ausbildern und Personalleitung dafür eingesetzt, Daniela Epp als technische Auszubildende im Unternehmen einzustellen.

Daniela Epp editedSie hat keine Angst vor Technik: Daniela Epp, ausgebildete Industrieelektronikerin beim adp Merkur Service

Da die Agentur für Arbeit die zweieinhalbjährige Ausbildung zur Industrieelektronikerin finanziell bezuschusste, wurde die berufliche Neuorientierung zusätzlich erleichtert. »Nur vom Azubi-Gehalt hätten wir als Familie vermutlich nicht allein leben können«, so Daniela  Epp.

Am Anfang sei ihr   das Lernen für den Berufsschulunterricht nicht ganz  so  leicht gefallen, erinnert sie sich. »Meine Kinder haben mit mir Mathe gepaukt – eigentlich läuft so was ja umgekehrt!«   Vor wenigen Wochen nun schloss Daniela Epp ihre Ausbildung als Industrieelektronikerin erfolgreich ab und arbeitet seitdem als qualifizierte Vollzeitkraft beim adp Merkur Service.

»Normalerweise«, so Konrad Ostermeier, Ausbildungsleiter im Zentralbereich Personal der Gauselmann AG, »durchlaufen alle Bewerber für einen Ausbildungsplatz ein vielseitig gestaltetes Procedere, das uns bei der Auswahl geeigneter Kandidaten hilft. Da Frau Epp aber bereits im technischen Bereich mitgearbeitet hatte, konnten wir darauf weitestgehend verzichten und haben überdies auf die innerbetrieblichen Empfehlungen vertraut.«

Doch nicht nur in dieser Hinsicht sei die familiengeführte Gauselmann Gruppe flexibel, so Konrad Ostermeier. Bereits mehrfach in der Vergangenheit seien im Vergleich zu den anderen Auszubildenden »reifere« Nachwuchskräfte ausgebildet worden. »Das Alter spielt bei unserer jährlichen Bewerberauswahl eine eher sekundäre Rolle. Viel wichtiger sind uns berufsbezogene praktische Erfahrungen, Motivation und Persönlichkeit.«

Joachim Mohrmann, Geschäftsführer des adp Merkur Service, freut sich, dass das »Experiment Daniela Epp« so erfolgreich verlaufen ist:  »Dass eine Mutter von drei Kindern beruflich ganz neu startet, davor ziehe ich meinen Hut!« »Und ich ziehe meinen Hut vor der Gauselmann Gruppe«, erwidert Daniela Epp sogleich. »Dass mir in meinem Alter und mit meinem Werdegang eine solche Chance gegeben wurde, das ist großartig und verdient höchste Anerkennung!«

Emir Kurtagic wird neuer Trainer

Ab 1. Juli beim TuS N-Lübbecke

Lübbecke. Emir Kurtagic wird beim TuS N-Lübbecke ab 1. Juli 2019 die Nachfolge des zum Saisonende ausscheidenden Trainers Aaron Ziercke antreten. Emir Kurtagic erhält beim TuS einen Zweijahresvertrag bis 30. Juni 2021.

 Die Verantwortlichen und der Beirat des TuS N  haben in den zurückliegenden Wochen zahlreiche Gespräche geführt, um einem dem Anforderungsprofil entsprechenden Trainer für das Bundesligateam zu finden. Demzufolge ist die Freude groß, mit Emir Kurtagic den neuen Trainer beim TuS N-Lübbecke für die kommende Saison vorzustellen. »Mit Emir bekommen wir einen jungen Trainer mit reichlich Bundesligaerfahrung. Er hat in Gummersbach gezeigt, dass er sowohl mit gestandenen Spielern arbeiten, als auch junge Talente an den Profibereich heranführen und einbauen kann«, so  Beiratsvorsitzender  Armin Gauselmann.

Emir Kurtagic editedEmir Kurtagic ist vom 1. Juli an Trainer beim TuS N-Lübbecke.

»Ich bin froh, dass wir Emir als Trainer für uns gewinnen konnten und bin mir sicher, dass er der zukünftigen Mannschaft, die gewünschten Impulse geben wird«, ergänzt TuS-N-Geschäftsführer Torsten Appel, der sich auf die Zusammenarbeit mit   Kurtagic freut. »Gleichzeitig bedanke ich mich nochmals bei Aaron Ziercke für die bisher geleistete Arbeit und wünsche uns allen eine erfolgreiche restliche Saison«, so Appel weiter.

Die Planungssicherheit und Transparenz in der Kommunikation vor Beginn des Spielbetriebes in 2019 war allen Beteiligten wichtig, um die laufende Saison weiter erfolgreich bestreiten zu können.

»Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe beim TuS N-Lübbecke in der kommenden Saison. Wir haben sehr gute, intensive Gespräche über die Zukunft des TuS geführt,  und ich möchte ab Sommer meinen Beitrag zum Erfolg des Traditionsvereins leisten«, so Emir Kurtagic, der bis zum 30. Juni noch beim Liga-Mitbewerber TV 05/07 Hüttenberg unter Vertrag steht.

Zur Person

Emir Kurtagic begann seine Trainerlaufbahn 2007 im Profiteam des VfL Gummersbach als Torwarttrainer unter Alfred Gislason, um ab 2008 seine Arbeit unter Sead Hasanefendic als Co-Trainer weiterzuführen. Ab Ende 2011 übernahm Kurtagic bis März 2017 die Position des Cheftrainers beim VfL. Bis Saisonende steht der Inhaber der EHF Mastercoach-Lizenz bei Ligakonkurrent TV 05/07 Hüttenberg unter Vertrag. Insgesamt verantwortete Kurtagic als Trainer bislang 190 Spiele in der DKB Handball-Bundesliga.

 

 

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