Von Lübbecke in die große, weite Welt

Jochen Deerberg geht in den Ruhestand

Lübbecke/Oldenburg/Tammisaari. 73 Jahre ist der in Lübbecke geborene Jochen Deerberg alt. Das »richtige« Alter, um in den Ruhestand zu gehen. Zum guten Schluss hat ihm der finnische Staatspräsident Sauli Niinistodas das Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens des Löwen von Finnland verliehen: als Anerkennung für Deerbergs Verdienste um die deutsch-finnischen Beziehungen.

Jochen Deerberg gifJochen Deerberg: vom Mittellandkanal auf die Weltmeere.

In Berlin hat ihm die finnische Botschafterin Ritva Koukku-Ronde den Orden überreicht. Zugegen war auch Jochen Deerbergs Bruder Karl-Wilhelm. Während der Zeit seines Lebens Lübbecker geblieben ist, kehrte Jochen Deerberg seiner Heimatstadt 1965 den Rücken, ohne zu ahnen, was ihm das Leben bescheren sollte. Geboren wurde er am 6. April 1944 in Bad Essen, weil Lübbecke zu dieser Zeit nicht »bombensicher« war. Gewohnt haben er und seine Familie am Pettenpohl 32 und, so stellt er rückblickend fest: »Ich habe mehr Schulen als Klassen besucht.« Mit 19 hat er geheiratet, 1963 wurde ein Sohn geboren. »Auf der Papierfabrik« wurde er zum Industriekaufmann ausgebildet, ehe er sich dann Richtung Hamburg aufmachte, wo er als Assistent in den Merkel-Werken arbeitete. 1974 zog er nach Oldenburg und startete hier in die Selbstständigkeit als Unternehmensberater. Abenteuerlich zu leben, das war für den früheren Lübbecker kein Problem. Seine ersten Aufträge arbeitete er in einem kleinen Wohnwagen ab.

Orden gifGroße Ehre: Zu Finnland hat der ehemalige Lübbecker besonders enge Bindungen. Botschafterin Ritva Loukku-Ronde überreichte Jochen Deerberg kürzlich in Berlin das Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens des Löwen von Finnland.
Der entscheidende Schritt erfolgte, als Deerberg einen Firmenanalyseauftrag bekam, bei dem es um die Marktchancen von Abwasserreinigungsanlagen ging. Er erkannte hier auch einen Markt in der Schifffahrt - und damit war die entscheidende Geschäftsidee geboren. Bis hin zu »Deerberg Systems GmbH« war es allerdings noch ein weiter Weg. Die Keimzelle war Oldenburg. Damals, im Jahre 1979, landete viel Abwasser und Abfall im Meer. Die Zahl der Passagiere und damit auch die der Schiffe wuchs beständig, die gesetzlichen Anforderungen wurden immer strenger. Zu Beginn der maritimen Abfallverwertungstechnik stand eine Müllverbrennungsanlage (»Deerberg Incinerator«): Der Abfall wurde mit einer ausgeklügelten Technik volumen- und gewichtsmäßig minimiert und in einem geeigneten Hafen an Land gebracht. Die Angebotspalette von Deerberg Systens wuchs schnell: zunächst Schiffskläranlagen, dann Öl/Wasser-Separatoren. Es wurde schon bald alles behandelt, was an Bord anfiel.

Im Buero gifDas Büro von Jochen Deerberg, unter anderem mit dem »Ocean Assurance System« der »Deerberg Multi-Purpose-Waste-Management System«.
»Heute«, so Jochen Deerberg, »können Sie das geklärte Wasser trinken.« Diese unterschiedlichen Lösungen wurden schließlich folgerichtig unter einem Dach zusammengefasst und firmierten unter »Deerberg Multi-Purpose-Waste-Management System«.
Bis jedoch dieses Geschäft so richtig ins Laufen kam, gingen noch zehn Jahre ins Land, bis zum Beginn der 1990er Jahre. Bis dahin hat Jochen Deerberg einen bunten Handel betrieben, denn auf den Schiffen wurde vieles gebraucht, und das natürlich in großen Mengen. »2,5 bis drei Millionen Teile Porzellan braucht ein Kreuzfahrtschiff, bis zu vier Millionen Besteckteile oder auch Teppichboden, den wir auch selbst verlegt haben.«

Aida gifAuch in bekannten Kreuzfahrtschiffen wie die »Aidablu« steckt die Deerbergtechnik aus Oldenburg.
In den späten 1980er, Anfang der 1990er Jahre habe er auch Spielgeräte für die Firma Gauselmann auf Schiffe verkauft. Doch dann trugen die Ideen in Sachen maritimer Technologie Früchte. Insgesamt wurden im Lauf der Jahrzehnte mehr als 1000 Schiffe verschiedenster Typen ausgerüstet.
Deerberg Systems hatte neben Oldenburg Niederlassungen in vielen Teilen der Welt. Und die Umsätze sind im Laufe der Jahre nach oben geschnellt, weil die Gesetze immer strenger wurden und die Kreuzfahrtunternehmen Wert auf einen »sauberen Ruf« legten. 1980 wurde für die Umwelttechnik auf einem Schiff um die 500 000 Mark ausgegeben. »Heute«, so Jochen Deerberg, »sind das häufig acht bis zehn Millionen Euro.« Im Verlauf der letzten beiden Jahre hat er sich mit der Übergabe seines Unternehmens befasst, was nun vollzogen ist. Die finnische EVAC-Gruppe wird sein Lebenswerk fortführen. Er selbst ist ein halber Finne, denn seit über 35 Jahren ist dort seine zweite Heimat. Helsinki ist dort ein Standort, aber auch Tammisaari, auf einer idyllischen Insel gelegen. Dort haben wir ihn für diese Geschichte auch am Telefon erreicht. Aufmerksam gemacht wurden wir auf diesen ehemaligen Lübbecker durch Rolf und Monika Cornelius, die seit Jahren eine gute Verbindung zu Jochen Deerberg haben. Die wiesen uns auf zwei Sonderseiten über den Oldenburger in der dortigen Nord West Zeitung hin, die uns auch die Bilder für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat.

Jochen Deerberg, der »sehr fröhlich an seine Heimatstadt denkt«, hat seine Verbindung zu Lübbecke nie gänzlich abreißen lassen, obwohl er, wie die Lübbecker sagen würden, »viel in der Weltgeschichte unterwegs war«.

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Deutsche Automaten der 50er und 60er Jahre

Wirtschaftswunder – Neue Sonderausstellung im Deutschen Automatenmuseum auf Schloss Benkhausen

Espelkamp.  In der Sonderausstellung »Wirtschaftswunder – Deutsche Automaten der 50er- und 60er-Jahre« zeigt das Deutsche Automatenmuseum aktuell und noch bis zum 23. Mai 2018, wie spannend und faszinierend nicht nur die damalige Zeit, sondern auch die Münzautomaten »Made in Germany« sind.

nu 072017 wirtschaftswunder1 2Kuratorin Jessica Midding und Museumsleiter Sascha Wömpener ermöglichen den Besuchern eine spannende Zeitreise in die Geschichte der Bundesrepublik und ihrem »Wirtschaftswunder«.
»Die Idee zur Ausstellung ent­wickelten wir, nachdem wir auf ein Foto von Jupp Darchinger aufmerksam wurden, das schlussendlich zum Plakatmotiv unserer Ausstellung wurde«, erklärt Museumsleiter Sascha Wömpener. »Das Motiv der Lederhosen tragenden Jungs, die Mitte der 1950er-Jahre ihre zehn  Pfennig am Automaten in Storck Riesen investierten, begeisterte uns auf Anhieb.«

So werden innerhalb der Ausstellung auch weitere Arbeiten Josef Heinrich Darchingers (1925-2013) gezeigt, der als Fotojournalist aus Bonn unter anderem für den Spiegel oder Die Zeit arbeitete. Er begleitete mit seiner Kamera neben Persönlichkeiten aus der Politik den Alltag der Bevölkerung in der jungen Bundesrepublik. Mit seinem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und dem Talent, diese in den kleinen Situationen des Lebens zu erkennen, ließ er Momentaufnahmen entstehen, die die Zeit des Wirtschaftswunders in all ihren Facetten dokumentierten.

nu 072017 wirtschaftswunder4 3Die Ausstellung »Wirtschaftswunder« lädt zu einem Gang durch die deutsche Geschichte ein; Angelika Gauselmann (links) nimmt mit Besuchern einen Automaten unter die Lupe. Fotos: Gauselmann Gruppe
»Mit Hilfe eines Zeitstrahls«, erläutert Kuratorin Jessica Midding, »lassen wir unsere Besucher in die Vergangenheit reisen. Von der Gründung der Bundesrepublik über das Erscheinen der ersten ›Bravo‹ bis hin zum ersten elektrischen Zigarettenautomaten Europas.«

So verdeutlichen Warenautomaten in der Ausstellung das steigende Konsumverhalten der Deutschen im Wirtschaftswunder, während die aufkommenden Geldspieler und Flipper eine neue Möglichkeit zur Freizeitgestaltung boten. Die Musikboxen brachten das moderne Lebensgefühl in die Kneipe und verhalfen nicht zuletzt dem deutschen Schlager zu seinem Erfolg.

Das Deutsche Automatenmuseum ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet. Wer eine geführte Reise in die Zeit des Wirtschaftswunders plant, wird um   Anmeldung unter der  Telefonnummer 05743/93 18 22 2 oder per ­E-Mail an  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gebeten.
(Text: Sascha Wömpener – Deutsches Automatenmuseum)

Lübbecke on tour – Auf nach Blasheim!

Dorfrallye, Ballon am Kran und buntes Programm am 9. Juli

Lübbecke. Am Sonntag, 9. Juli, heißt es zum zweiten Mal »Lübbecke on tour«. Dieses Mal steht Blasheim im Mittelpunkt. Lübbecke Marketing lädt in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein »Die Blasheimer«, dem BSC Blasheim und dem Heimatverein Blasheim alle, die Lust auf Blasheim haben, ein, den drittgrößten Lübbecker Ortsteil zu entdecken.

Luebbecke on tour gifHoffen auf eine gute Beteiligung bei »Lübbecke on tour« in Blasheim: Vorne von links nach rechts: Michael Siekmann (Gewerbeverein »Die Blasheimer«), Bernd Wacker und Thomas Kisker (beide BSC Blasheim), Walter Hoffmann (Heimatverein Blasheim), Marc Schäuble (Lübbecke Marketing), Heiner Schröder (Heimatverein Blasheim), Manfred Muth (Ortsvorsteher), Andreas Sieveking (Gewerbeverein »Die Blasheimer«) und Peter Schmüser (Lübbecke Marketing).
Groß und Klein erwartet ein Programm mit Bewegung und Köpfchen, mit Spiel, Spaß und Aktion. Auf einer Rallye durch das Dorf mit etwa 23 verschiedenen Stationen heißt es Spaß haben, Unternehmen besuchen, Ort und Menschen kennenlernen. Die Teilnahme kann als Familie, als Straßengemeinschaft oder in einer Gemeinschaft mit Freunden erfolgen. In der Gruppe kann Blasheim zu Fuß oder auf Rädern erkundet werden.

Der Startschuss für die Rallye fällt um 13 Uhr am Sportgelände an der Turnerstraße in Blasheim. Jede Gruppe hat dann bis etwa 16 Uhr Zeit, die Spielstationen zu besuchen und auf einer Teilnahmekarte Stempel zu sammeln. Anschließend findet die Auslosung der Sieger des Gewinnspiels statt, an der jede Gruppe teilnimmt, die an wenigstens zwölf der 23 Stationen einen Stempel für die Teilnahme erhalten hat.

»Wir möchten jedes Jahr einen Lübbecker Ortsteil in den Fokus rücken und freuen uns, dass Blasheim Interesse gezeigt hat, dieses Mal die Gastgeberrolle zu übernehmen«, erklärte Peter Schmüser für Lübbecke Marketing. Ortsvorsteher Manfred Muth zeigt sich vom Interesse der heimischen Betriebe und Institutionen begeistert: »Es machen fast alle Vereine und ganz viele Firmen mit. Das ist eine tolle Gelegenheit, unser Dorf auf unterhaltsame Weise vorzustellen.«

Auf dem Sportgelände lockt ein zusätzliches Programm mit einer Hüpfburg, einem Fototreff sowie der Aktion »Ballon am Kran«. Hier können die Besucher einen Blick aus etwa 30 Metern Höhe auf Blasheim und das Lübbecker Land werfen. Für Speisen und Getränke sorgt der BSC Blasheim. Die Veranstaltung wird von der Sparkasse Minden-Lübbecke und der Privatbrauerei Barre unterstützt.

Neues Pächter-Ehepaar im Wiehenkrug

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Lübbecke (fn). Der Wiehenkrug hat ab Juni neue Pächter: Seit Anfang Juni  bewirten Jürgen Griese (58), Inge Ermeling-Griese (63) und ihre Tochter Nadine Ermeling-Bokämper (32) die Gäste am Wiehenweg. Los ging es übrigens mit einem Gyros-Büffet. Jürgen Griese wird vielen Gästen der Traditionsgaststätte als DJ und Torhüter bekannt sein. »Ich bin quasi mit dem Wiehenkrug aufgewachsen«, sagt der langjährige Dachdecker. Als Pächter Rainer Picker andeutete, die Kneipe wegen der Arbeitsbelastung mit seinen anderen Gaststätten abgeben zu wollen, überlegte Griese nicht lange. Es reizt ihn, ein zweites berufliches Standbein aufzubauen. Aus der ganzen Familie und dem Freundeskreis gibt es Unterstützung für das Projekt. Die regen Kontakte der sportlichen Familie in das Lübbecker Vereinsleben sollen nun das Geschäft in der Nordstadt-Kneipe beleben. Erhalten bleiben Kegelbahn und Biergarten, dazu sollen Dart-Turniere und eine Billard-Lounge kommen. Eine kleine Speisekarte wird das Angebot abrunden.

Vom Feierabend-Unternehmer in 60 Jahren zum Branchenprimus

1957 – 2017: 60 Jahre Gauselmann Gruppe

Paul mit Musikbox gifZu Beginn handelte Paul Gauselmann mit gebrauchten US-Musikboxen, denen er ein »neues Kleid« verpasste.
Espelkamp. Die 60-jährige Geschichte der Gauselmann Gruppe ist vor allem auch die Geschichte ihres Gründers Paul Gauselmann, der auch heute noch die Geschicke des Unternehmens entscheidend lenkt und gestaltet.
In gerade einmal sechs Jahrzehnten entstand aus dem   nebenberuflich begonnenen Einmannbetrieb ein Weltkonzern mit rund 11 000 Beschäftigten und mehr als zweieinhalb Milliarden Euro Umsatz. Zudem ist das familiengeführte Unternehmen mit Sitz in Ostwestfalen seit den achtziger Jahren unangefochtener Marktführer in der deutschen Automatenwirtschaft. 1957 wagte Paul Gauselmann einen der entscheidendsten Schritte in seinem Leben, indem er zusätzlich zu seinen regulären 48 Stundenwochen eine Tätigkeit als Musikautomatenaufsteller begann. Der Grundstein für die Firmengruppe Gauselmann war gelegt. So begann mit 17 Musikboxen, 2000 Mark Erspartem und 100 000 Mark in quergeschriebenen Wechseln eine unternehmerische Erfolgsstory, die auch nach 60 Jahren noch längst nicht zu Ende geschrieben ist. Der Feierabend-Unternehmer hatte mit seinem Konzept so viel Erfolg, dass   ein Jahr später sein Bruder Willi mit in das Geschäft einstieg. 1962 kam auch sein Bruder Eugen dazu. Aus diesem Dreibund entstand   die Urzelle der heutigen Unternehmensgruppe: Gebrüder Gauselmann. Nach sieben Jahren, 1964, machte Paul Gauselmann schließlich den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte er 15 Mitarbeiter.

Doch der technikaffine Paul Gauselmann hatte noch einen ganz besonderen Trumpf im Ärmel: Er kaufte gebrauchte US-Musikboxen günstig auf, überholte die Technik und gab den amerikanischen Importen ein neues Gehäuse in typisch deutschem Stil (»Das neue Kleid«). Komplett kostete diese Box 1500 Mark, eine neue 5000 Mark, und amerikanische Importe lagen zwischen 7000 und 11 000 Mark. Sein Einstieg in die Fabrikation war damit besiegelt.
Die Erfolgskurve der Gauselmann Gruppe ging fortan steil nach oben: Ein wichtiger Meilenstein war die »Erfindung« der modernen Spielstätte in Form der CASINO MERKUR-SPIELOTHEK. Die erste wurde 1974 in Delmenhorst eröffnet. Aktuell werden europaweit über 600 Entertainmentcenter von der Unternehmensgruppe betrieben. 1976 revolutionierte Gauselmann  den Markt der Geld-Gewinn-Spiel-Geräte, als er die Zulassung für das erste selbst entwickelte und produzierte Spielgerät, den Merkur B, erhielt.   1984 war die Gauselmann Gruppe mit über 50 Prozent Marktanteil Branchenführer.

Im Jahr 1980 gründete Paul Gauselmann schließlich die Gauselmann AG als Holding für viele der inzwischen entstandenen Unternehmen. Seit den 1990er Jahren schreitet die Internationalisierung der Gauselmann Gruppe immer weiter voran. Der Konzern wuchs beständig zu einem bedeutenden internationalen Automatenentwickler und -hersteller sowie Spielstättenbetreiber heran. Vor diesem Hintergrund wurde 1998 dem damaligen Tochterunternehmen ATRONIC als einziges europäisches Unternehmen die Herstellerlizenz für den amerikanischen Casinomarkt Las Vegas/Nevada erteilt.  Heute erfolgt die Entwicklung und der Vertrieb von Geldspielgeräten und Casinoautomaten auf internationaler Ebene unter dem Dach der adp Gauselmann GmbH mit ihrer Vertriebsmarke Merkur Gaming. Vom Hersteller klassischer elektrisch-mechanischer Walzengeräte avancierte die Gauselmann Gruppe zum Anbieter hochentwickelter Multigamer. Während der vergangenen vier Jahrzehnte liefen mehr als zwei Millionen Spielgeräte in der Lübbecker Produktion vom Band.

Einen weiteren Produktionsstandort besitzt die Gauselmann Gruppe in Mechernich, dem Sitz der Tochterfirma GeWeTe Geldwechsel- und Sicherheitstechnik. Dort entstehen Geldwechselsysteme und Kassenautomaten für Kommunen. Darüber hinaus entwickelt das Gruppenunternehmen HESS Cash Systems in Magstadt als deutscher Marktführer Hard- und Softwarelö-sungen für Banken, öffentliche Einrichtungen, Handelsunternehmen und Casinos. Rund um die Jahrtausendwende fokussierte sich die Gauselmann Gruppe verstärkt auf die Erschließung neuer Geschäftsfelder. 2006 erfolgte der Einstieg in den Sportwettenmarkt. Heute umfasst der Geschäftsbereich das Angebot und die Vermittlung von Sportwetten unter den Marken Cashpoint (Österreich und Dänemark) sowie XTiP (Deutschland) und bedient internationale Märkte. Den bislang größten Zukauf der Unternehmensgeschichte tätigte die Gauselmann Gruppe 2012 mit dem Erwerb der britischen Spielstättenkette Praesepe, die etwa 1750   Mitarbeiter beschäftigt und rund 180 Entertainmentcenter in Großbritannien betreibt.

Seit 2013 behauptet sich die Gauselmann Gruppe zudem sehr erfolgreich im Bereich der Spielbanken. Gemeinsam mit der Stadtcasino Baden AG wurde im Dezember 2014 die erste Merkur Spielbank Sachsen-Anhalt in Leuna-Günthersdorf eröffnet. Eine zweite Merkur Spielbank ging im April 2016 in Magdeburg an den Start. Beide Standorte gelten als die modernsten Spielbanken Deutschlands. Im Zuge des Erwerbs eines Anteils in Höhe von 40 Prozent an der größten Spielbank Deutschlands in Berlin engagiert sich die Gauselmann Gruppe seit Anfang 2016 auch aktiv als Gesellschafterin an der Weiterentwicklung der fünf konzessionierten Spielbankstandorte in der Bundeshauptstadt.

Ende 2016 erhielt der Konzern überdies Betreibergenehmigungen für Casinos auf Kreuzfahrtschiffen. Unter dem Markennamen CASINO MERKUR MARE (CMM) wird die Gauselmann Gruppe zukünftig vier Casinos auf vier Schiffen der Reederei »Pullmantur Cruceros« betreiben. In Puncto Online-Gaming sind im Hause Gauselmann seit 2008 die Weichen auf Zukunft gestellt. Aktuell bietet das Tochterunternehmen edict eGaming umfangreiche Online-Casino-Lösungen mit einem umfassenden Spieleportfolio für Online-Gaming-Anbieter an.

Überdies werden die beliebten Spiele der Gauselmann Gruppe auch über zahlreiche Online-Kanäle angeboten. Schon früh erkannte der Unternehmer Paul Gauselmann, dass die Branche von unzähligen Gesetzen abhängig ist, die zum Teil mit besonderer Sorgfalt zu be- urteilen sind. Aus diesem Grund hat er sich schon 1966 in den Vorstand des Deutschen Automatenverbandes in Nordrhein-Westfalen wählen lassen, wo er fünf Jahre später zum Vorsitzenden ernannt wurde. Gleichzeitig wurde er Vizepräsident der Zentralorganisation der Automatenunternehmer in Deutschland.

Fortan hat sich Paul Gauselmann stets in den Vorständen der Verbände engagiert und ist nunmehr seit 36 Jahren Vorsitzender des Industrieverbandes VDAI. Im Mai 2017 wurde er erneut und einstimmig für zwei weitere Jahre in diesem Amt bestätigt.

Seit dem 1.  Januar 2016 agiert die Gauselmann Gruppe unter dem Dach der Gauselmann-Familienstiftung. Mit diesem Schritt hat die Unternehmerfamilie Gauselmann den Weg für eine langfristige und stabile Zukunft der Gauselmann Gruppe als Arbeitgeber und Wirtschaftsmotor geebnet. Als Alleingesellschafterin trifft fortan die Gauselmann-Familienstiftung sämtliche grundlegenden und strategischen Entscheidungen, um den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmensgruppe langfristig zu sichern.

 

 

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