Angelika Gauselmann und Hans-Gerd Tantius ist es zu danken

Benkhausen: Otto Piene lockte viele Menschen an


Vor der Lichtskulptur: Hausherr Paul Gauselmann, Otto Pienes Tochter Anette Würtemberg, Angelika Gauselmann, die zusammen mit Hans-Gerd Tantius eine wunderbare Ausstellung geboten hat (von links).

Benkhausen  (huse). Das Beste soll man sich bis zum Schluss aufbewahren, ist ein gutgemeinter Ratschlag. Dem ist Hans-Gerd Tantius, Kunsthändler aus Lübbecke und maßgeblicher »Beschicker« der Otto-Piene-Ausstellung auf Schloss Benkhausen,  gefolgt. In allerletzter Minute gelang ein echter Coup, denn er konnte für die Abschlussveranstaltung und den darauf folgenden letzten Ausstellungstag noch eine Lichtskulptur des Künstlers aufs Schloss schaffen.

Nicht ganz einfach ist das. Eineinhalb Wochen vor Ende der Ausstellung rief ihn ein befreundeter Kunstsammler aus Düsseldorf an: »Die Skulptur ist wieder da.« So wurde ein Transport organisiert und am Samstagabend kamen die Besucherinnen und Besucher in den Genuss eines ganz besonderen Gefühls, ausgelöst von einem Kunstwerk.

Wenn es dunkel ist, dann macht eine solche Lichtskulptur aus einer profanen Zimmerdecke und den Wänden einen sich bewegenden Sternenhimmel. Man kommt zur Ruhe, wird aus der Realität entführt und beginnt zu träumen (so ergeht es mir und offenbar auch anderen im Foyer des Schlosses).

Bevor es dazu ausreichend dunkel war, trafen sich die Kunstinteressierten in der Rentei von Benkhausen, wo sie auch Anette Würtemberg, die Tochter von Otto Piene, kennenlernten, die zusammen mit ihrem Mann aus München angereist war. Sie erinnert sich gern an ihre Kindheitstage in Lübbecke und freute sich besonders, an diesem Abend eine alte Freundin aus dieser Zeit wiederzutreffen.

Angelika Gauselmann hat jeden Tag die Ausstellung geöffnet (»Manchmal wusste ich gar nicht mehr, welcher Tag war«) und dabei einen »Riesenspaß« gehabt. »Besonders schön fand ich, wie viele Menschen aus Otto Pienes Vergangenheit hier auftauchten«. Schulfreunde, Nachbarkinder, auch ehemalige Studentinnen. Sie alle hätten viele Anekdoten zu erzählen gehabt.

Rund 600 Besucher, auch von weither, fanden den Weg nach Benkhausen. »Wir sind bei dpa in einem Atemzug mit Berlin und Venedig genannt worden.« Diese Ausstellung habe Schloss Benkhausen weit über die Region hinaus bekannt gemacht. Die Mühe hat sich gelohnt und ehrte einen großen Künstler, dessen Kunst viele Wurzeln in Lübbecke und Umgebung hatte.

Neben Hans-Gerd Tantius, der viele Arbeiten von Otto Piene gesammelt und nun auch in Benkhausen gezeigt hat, waren auch zahlreiche Bilder aus Privatbesitz zu sehen. Wie schön eine Arbeit von Otto Piene wirkt, das kann man eigentlich erst ermessen, wenn man eine zuhause an der Wand hängen hat. Davon erzählte auch eine Lübbecker Bürgerin, die jeden Morgen beim Frühstück auf ein Piene-Original blickt. So beginne der Tag gut.




Fantastisch: Die Lichtskulptur von Otto Piene.
Magische Bilder
werden auf die Wände, den
Boden und an die Decke »gemalt«.

Cartoon

 

 

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